Die Frauen aus der Zollstraße 19
Ein virtuelles Theaterstück


 

Für dieses außergewöhnliche Projekt konnte die Berliner Autorin Annett Gröschner (Trägerin des Großen Berliner Kunstpreises 2021) gewonnen werden. Das künstlerische Arbeitsteam setzt sich weiterhin aus der österreichischen Regisseurin Rosmarie Vogtenhuber (Max Reinhard Seminar Wien), den beiden Magdeburgerinnen Nadja Gröschner (Kulturwissenschaftlerin) und Ines Lacroix (Schauspielerin) zusammen. Gemeinsam hat das Team die erfolgreiche Inszenierung „Hennys erotisches Tierleben“ im Magdeburger Zoo erarbeitet und führt sie bereits in der 5. Spielzeit auf.
Das jetzt angestrebte Ergebnis ihrer Arbeit ist eine eigenständige, für die VR-Brille aufbereitete filmische Theaterinszenierung, die von Zuschauenden am Ort Ihrer Wahl genutzt werden kann. Es ist möglich dieses Stück vor Ort in Alten- und Pflegeeinrichtungen mittels Brillenverteilung zu sehen. Denkbar ist auch, dass während des Lockdowns Zuschauer in die involvierte Theatervilla Zollstraße 19 kommen und sich gegen Leih- und Aufführungsgebühr diese Brille aufsetzen und z. B. vereinzelt im Theatergarten das Stück sehen. Ein besonderer Reiz besteht in einer Hybridkonstellation das Stück sowohl für nicht mobile Zuschauer als auch für Normalpublikum aufzuführen. Bei dem Besuch vor Ort besteht der Clou darin räumlich dem Geschehen der Inszenierung nahe zu sein und sozusagen virtuell durch die Wände in die Villa zu schauen.
Der Plot des Stückes spielt sich um und im Grundstück des Theaters an der Angel, Zollstraße 19 ab. Es gibt fünf monologisch gespielte Sequenzen, die das gesellschaftliche Leben an diesem Ort vom beginnenden 18. Jahrhundert bis in die heutige Zeit widerspiegeln.
Das Magdeburger Leben seit Beginn der Mittwochsgesellschaft (eine literarisch- musikalische Gesellschaft um Heinrich Rolle, Ludwig Gleim, dem Odendichter Friedrich Gottlieb Klopstock und Anna Luise Karsch, der ersten deutschen Schriftstellerin, die von Ihrer Kunst leben konnte), die aufstrebende Industriekultur, die im Zusammenhang mit dem Grundstückbesitzer J.G. Nathusius erwähnt wird, Weltkriegsgeschichten, Wende und heutiges Leben geben innerhalb des Stückes ein Zeitbild ab, das sowohl dokumentarischen Charakter trägt, als auch zugleich mit künstlerischen Mitteln unterhalten soll.

Es spielen

Nadja Gröschner, Ines Lacroix
Regie: Rosmarie Vogtenhuber / Text: Annett Gröschner